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Praxisdienst

Praxisdienst ist ein führender Onlinehändler für Praxisbedarf und Medizintechnik in Deutschland und beliefert Ärzte, Therapeuten und Kliniken. Wir haben den gewachsenen OXID-Shop im laufenden Betrieb auf Shopware 6 migriert, an ERP, PIM und die Systeme von Praxisdienst angebunden und die B2B-Logik für den internationalen Handel umgesetzt. Kurz darauf folgte ein eigener B2C-Shop.

  • Migration eines gewachsenen OXID-Shops auf Shopware 6 im laufenden Betrieb

  • Zahlreiche individuelle Features, die aufeinander aufbauen und in fester Reihenfolge übernommen werden mussten

  • Lückenlose Übernahme von Kundenhistorie, Bestellungen, Einkaufslisten und Content

  • ERP-Anbindung mit Steuerlogik je Land und USt-ID-Prüfung für den internationalen B2B-Handel

Technologien in diesem Projekt

Der Stack hinter dem internationalen B2B-Shop von Praxisdienst für Praxisbedarf und Medizintechnik.

  • Shopware

    Eine Open-Source-E-Commerce-Plattform, deren B2B Components Bestelllisten, Schnellbestellung, Freigabeprozesse und Angebotsanfragen abdecken. Bei Praxisdienst hat Shopware 6 Evolve den OXID-Shop abgelöst, eigene Plugins ergänzen OCI-Punch-out und länderspezifische Sortimente. Shopware Agentur
  • 360e

    Ein ERP-System für Warenwirtschaft, Buchhaltung und Auftragsabwicklung. Bei Praxisdienst erhält es jede Bestellung aus Shopware mit korrekten Steuernummern, USt-IDs und länderspezifischen Steuersätzen, damit internationale B2B-Bestellungen fehlerfrei laufen.
  • Pimcore

    Eine Open-Source-Plattform für Produktdaten- und Asset-Management, die Informationen zentral für alle Kanäle pflegt. Bei Praxisdienst liefert Pimcore die Daten für das große Sortiment an Praxisbedarf und Medizintechnik per API an Shopware.
  • mollie

    Ein Payment-Anbieter, der gängige Zahlungsarten über eine einzige Integration bereitstellt. Bei Praxisdienst bündelt Mollie die Zahlungen von Kunden im In- und Ausland an einer Stelle im Shopware-Checkout.

Wir haben den OXID-Shop nicht nachgebaut, sondern nachempfunden

Marianne, Customer Success Manager
Marianne
Customer Success Manager

Praxisdienst ist einer der führenden Onlinehändler für Praxisbedarf und Medizintechnik und hat seinen Shop von OXID auf Shopware 6 umgezogen, im laufenden Betrieb und mit einem internationalen B2B-Geschäft. Projektleiterin Marianne Mader über die Datenmigration, Steuerlogik über Ländergrenzen hinweg und darüber, was eine Shopware Agentur leisten muss, wenn ein gewachsener Shop neu entstehen soll, ohne dass Kunden auf Gewohntes verzichten.

Die Entscheidung für Shopware stand schon, als ihr als Shopware Agentur dazugekommen seid. Was sprach für Shopware und nicht für Shopify oder Magento?

Die Entscheidung für Shopware war schon gefallen, als Praxisdienst zu uns kam. Die Ausgangslage: Der Shop sollte vom Altsystem OXID auf ein modernes Shopsystem umziehen. Praxisdienst betreibt außerdem einen Shop für Geräteverleih, der bereits auf Shopware 6 läuft. Diese Erfahrung hat sicher mit dafür gesprochen, auch den großen Praxisdienst-Shop auf Shopware 6 zu bauen.

Bei Praxisdienst ist Technologie zentral. Das Unternehmen setzt stark auf moderne Funktionen und KI-Features, und genau das bietet Shopware. Gleichzeitig sollten die Kunden nicht auf ihre gewohnten Features verzichten. Was noch fehlte, war die passende Shopware Agentur für die Umsetzung. So kam Praxisdienst zu uns.

Shopware hat einen modernen Tech-Stack und ist sehr gut skalierbar. Für einen Händler wie Praxisdienst ist das unverzichtbar, weil viele branchenspezifische Features gebraucht werden. Das System schleppt keine unnötigen Funktionen mit, sondern hat einen schlanken Core. Über Erweiterungen und Custom Features baust du den Shop genau so, wie der Händler ihn braucht.

Dazu kommt die Shopware API. Über sie lassen sich ERP, PIM oder DAM mit überschaubarem Aufwand anbinden. Ein weiterer Vorteil: Shopware hat seinen Hauptsitz in Deutschland. Rechtliche Anforderungen an Händler nehmen zu, und Shopware bildet EU-Vorgaben früh ab, mit eigenen Features, die Händlern helfen, neue Vorgaben rechtzeitig umzusetzen.

Wichtig ist auch die Bedienbarkeit. Die Administration ist übersichtlich und schnell erlernt. Viele Konfigurationen erledigen Admins, Customer Service und Content-Teams in Shopware selbst, ohne Entwickler. Das macht Händler unabhängiger. Und es gibt uns als Shopware Agentur Raum, uns auf die Weiterentwicklung und das Wachstum des Shops zu konzentrieren.

Was hätte gegen Shopware gesprochen?

Technisch gibt es wenig Gründe. Die Pläne von Shopware sind transparent, du siehst genau, welche Features enthalten sind. Vorab solltest du prüfen, welcher Plan nötig ist. Und bei sehr speziellen Features mit komplexer Logik solltest du klären, ob sie sich abbilden lassen. Mit dem großen Angebot an Extensions und eigenen Plugins liegen die Grenzen aber weit entfernt.

Was du nicht unterschätzen solltest, sind die Kosten. Die Preise für Rise und Evolve stehen offen auf der Shopware-Website. Beyond ist eine Enterprise-Lösung. Dort hängt der Preis vom Umfang, vom gewünschten Service und vom Umsatz ab, den der Händler über die Plattform abwickelt. Bei Praxisdienst nutzen wir Evolve. Wir begleiten unsere Kunden in den Gesprächen mit Shopware, damit sie die richtige Version und den richtigen Plan wählen und es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Einplanen musst du auch die Extensions. Ohne sie kommst du bei Shopware nicht aus, und sie kosten Geld. Wer Shopware nur über die Plattformlizenz bewertet, rechnet zu kurz. Laufende Kosten und Wartungskosten gehören von Anfang an in die Kalkulation.

Wie lief der Umstieg von OXID auf Shopware konkret ab?

Die Aufgabe war, den OXID-Shop nicht nachzubauen, sondern nachzuempfinden. Bestimmte Features sollten den Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Gleichzeitig mussten viele Daten migriert werden: Kundenhistorie, Bestellhistorie, Einkaufslisten und sehr viel Content.

Die Datenmigration war deshalb ein großer Baustein im Relaunch. Shopware bringt einen Migrationsassistenten mit. Bei sehr großen oder komplizierten Datenmengen ergänzt du ihn mit eigenen Skripten. Unsere Herausforderung war, die Daten möglichst lückenlos und mit den richtigen Zuordnungen zu übertragen, obwohl der alte Shop bis kurz vor dem Relaunch weiterlief. Wir haben ihn erst unmittelbar vorher abgeschaltet und das Zeitfenster für den Wechsel so klein wie möglich gehalten. In dieser Zeit lief noch eine große Delta-Migration.

Auch Content-Seiten haben wir migriert und auf neue Templates gemappt. Das Content-Team von Praxisdienst hat sie anschließend final abgestimmt.

Nicht zu unterschätzen ist die Koordination. Als Shopware Agentur haben wir eng abgestimmt mit dem ERP-Anbieter, dem PIM-Anbieter, einer SEO-Agentur und einer Designagentur gearbeitet, bis alle Puzzleteile zusammenpassten.

Welche Systeme musstet ihr an Shopware anbinden?

Der Praxisdienst-Shop ist Teil einer Systemlandschaft. Angebunden haben wir das ERP und das PIM (Pimcore). Später kamen eigene Tools von Praxisdienst hinzu, ebenfalls über API. Außerdem haben wir einen OCI-Punch-out umgesetzt, der im B2B weit verbreitet ist, und die Easy Order App von Praxisdienst integriert, die mit dem Shop zusammenarbeitet.

Was war die größte technische Herausforderung, und wie habt ihr sie gelöst?

Zum einen, alle Features aus dem OXID-Shop in Shopware abzubilden. Das lag nicht an der Technik, sondern an den Abhängigkeiten. Die Kunden von Praxisdienst sind bestimmte Features gewohnt, und viele davon bauen aufeinander auf. Wir mussten sie deshalb in einer festen Reihenfolge nachbauen, und das brauchte gute Planung und Konzeption.

Zum anderen die ERP-Anbindung. Praxisdienst ist international tätig, daraus ergeben sich viele steuerliche Sonderfälle. Ein Produkt hat in einem Land den Standardsteuersatz, in einem anderen gilt eine Sonderbesteuerung. Bei der Übergabe ans ERP müssen Steuernummern, Umsatzsteuer-IDs und bestimmte Schreibweisen genau passen. Das in Shopware abzubilden war nicht das Problem. Schwierig war, auch die Ausnahme von der Ausnahme zu berücksichtigen, damit jede Bestellung fehlerfrei ans ERP geht.

Was habt ihr an Shopware erweitert, das der Standard nicht abdeckt?

Das Konzept von Shopware ist ein schlanker Core, an den du Komponenten andockst. Genau so sind wir vorgegangen, mit Extensions aus dem Shopware Store und selbst gebauten Plugins. Dazu kamen viele kleine Anpassungen, mit denen wir das Standardverhalten von Shopware über Plugins gezielt erweitert haben. Einen Punkt, an dem wir als Shopware Agentur sagen mussten „das geht nicht“, gab es nicht.

Was ist bei einem B2B-Shop anders als bei B2C?

B2C richtet sich an Endverbraucher: Bruttopreise, eine überschaubare Besteuerung und kaum Einschränkungen, wer was kaufen darf. Im B2B sieht das anders aus, besonders im Medizinbereich:

  • Länderspezifisches Sortiment: Bestimmte Geräte und Materialien dürfen in manchen Ländern nicht verkauft werden und erscheinen dort nicht.

  • Steuern je Land: Ein Produkt hat in Deutschland 19 % Mehrwertsteuer, in einem anderen Land einen Sondersteuersatz.

  • USt-ID-Prüfung: Die Umsatzsteuer-ID wird europaweit live über eine Schnittstelle geprüft.

  • Lieferbedingungen: Bei Paletten nach Übersee lassen sich Versandkosten kaum vorab im Shop berechnen. Sie werden nachberechnet, und der Shop zeigt das klar an.

  • Sprechstundenbedarf (SSB): Kliniken und Arztpraxen können SSB-Produkte kaufen, die über die Krankenkasse abgerechnet werden. Für SSB-berechtigte Kunden sinkt der Preis auf null, die Abrechnung mit der Krankenkasse stößt der Besteller danach an.

Shopware bringt mit den B2B Components vieles schon mit: Brutto- und Nettopreise je Kundengruppe, individuelle Bestelllisten, Schnellbestellung per Upload, rollenbasierte Budgetgrenzen und Berechtigungen mit Freigabeprozess. Es gibt einen Admin auf Kundenseite und Rollen, die direkt einkaufen dürfen oder auf Freigabe warten. Kunden können Angebote anfragen, die in Shopware bepreist, angenommen oder abgelehnt werden. Auch Abo- und Leasingmodelle lassen sich umsetzen. Vieles davon gibt es out of the box, und alles lässt sich erweitern.

Wie geht es nach dem Go-live weiter?

Wir bleiben für unsere Kunden da. Wir halten das System aktuell, überwachen die Performance und entwickeln die Plattform gezielt weiter. Gemeinsam mit dem Kunden legen wir fest, welche Features als Nächstes nötig sind, um die KPIs zu erreichen. Und wir messen, ob die Änderungen gebracht haben, was wir uns vorgenommen hatten.

Wie wir weiterarbeiten, hängt vom Kunden ab. Kleinere Shops bleiben im Maintenance Mode mit Updates und Bugfixing. Mit größeren Kunden haben wir Wartungsverträge und SLAs mit zugesicherter Systemverfügbarkeit. Mit ihnen entwickeln wir den Shop kontinuierlich weiter und skalieren ihn.

Bei Praxisdienst kam kurz nach dem Relaunch der Wunsch nach einem eigenen B2C-Shop auf. Wir haben zügig mit Konzeption und Design begonnen, sind in die Umsetzung gegangen und haben den B2C-Shop vier Monate nach Start der Umsetzung gelauncht.

Benedikt, Director Partnership & Growth

Shopware-Projekt geplant?

Du planst eine Migration auf Shopware oder einen B2B-Shop mit tiefer ERP-Anbindung und komplexer Steuerlogik? Als zertifizierte Shopware Agentur und Gold Partner begleiten wir Projekte von der Migration bis in den laufenden Betrieb.

Benedikt Merl

Director Partnerships & Growth