Inhaltsverzeichnis
- Shopware Editionen 2025: Community, Rise, Evolve und Beyond im Überblick
- Warum die Editionswahl so oft schiefgeht
- Die vier Stufen, wie Shopware sie definiert
- Betriebsmodell: SaaS, PaaS oder Self-hosted
- Welche Shopware Edition für welches Team passt
- Aus der Praxis: drei Muster, die wir regelmäßig sehen
- Fünf Fragen, die die Edition festlegen
- Fazit
- FAQ
Shopware Beratung: Die Edition entscheidet über dein Projektbudget
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Die meisten Shopware-Projekte werden teurer, bevor eine Zeile Code geschrieben ist. Der Grund ist selten die Agentur, sondern eine Editionswahl, die zum Prospekt passt und nicht zum Geschäftsmodell. Wer Evolve bucht und nur Rise braucht, zahlt 21.600 Euro im Jahr zu viel. Wer Rise bucht und B2B-Workflows braucht, baut sie später teurer per Plugin nach.
Die richtige Shopware Edition zu wählen ist die erste strategische Entscheidung jedes Projekts. Shopware Beratung beginnt deshalb vor dem Budget: bei der Frage, welche der vier Stufen und welches Betriebsmodell du wirklich brauchst. Seit Shopware 2025 die Fair Usage Policy eingeführt hat und die Pläne nach Umsatz bepreist, ist diese Frage auch für Shops relevant, die bisher kostenlos auf der Community Edition liefen.
Dieser Artikel zeigt dir die offizielle Feature-Zuordnung je Edition und die Entscheidungsregeln, nach denen wir in Projekten vorgehen. Die Kriterien dahinter stammen aus unserem Replatforming-Leitfaden, Abschnitt Plattformwahl.
Shopware Editionen 2025: Community, Rise, Evolve und Beyond im Überblick
Was die vier Stufen Community, Rise, Evolve und Beyond laut Shopware tatsächlich enthalten
Wo der Preissprung von Rise auf Evolve gerechtfertigt ist und wo nicht
SaaS, PaaS oder Self-hosted: welches Betriebsmodell zu welchem Team passt
Eine Entscheidungslogik in fünf Fragen
Warum die Editionswahl so oft schiefgeht
Shopware verkauft vier Stufen auf einer Codebasis. Technisch läuft auf einem Community-Shop derselbe Kern wie auf einem Beyond-System. Die Unterschiede liegen in freigeschalteten Funktionen, Support-Level und dem Umsatzrahmen, den der Preis abdeckt. Laut Shopware-Preisseite richtet sich der Preis der Pläne nach dem Bruttowarenwert (GMV) und weiteren individuellen Faktoren.
Das Problem in der Praxis: Händler vergleichen Feature-Listen, die Agentur bestätigt den Wunsch, und niemand prüft, ob die Funktion im Geschäftsmodell überhaupt vorkommt. Umgekehrt starten Shops mit der Community Edition, wachsen über die Fair-Usage-Grenze von einer Million Euro GMV pro Jahr (Shopware, 2025) und müssen dann unter Zeitdruck in einen Plan wechseln.
Die vier Stufen, wie Shopware sie definiert
Community Edition ist der MIT-lizenzierte Open-Source-Kern. Kostenlos, vollständig, aber nicht in der Shopware Cloud verfügbar und ohne Herstellersupport. Shopping Experiences, Rule Builder, Flow Builder, Sales Channels und die APIs sind enthalten. Es fehlen Shopware Intelligence und 3D-Funktionen.
Rise (ab 600 Euro im Monat) ergänzt Shopware Intelligence, 3D-Funktionen und Basis-Support mit acht Stunden Reaktionszeit. Shopware positioniert Rise für wachsende B2C- und D2C-Händler.
Evolve (ab 2.400 Euro im Monat) ist laut Shopware der Bestseller. Hier kommen die B2B Components dazu: Rollen und Rechte, Angebotsmanagement, Schnellbestellung, Bestelllisten, Sales Agent, Organisationseinheiten, kundenindividuelle Kataloge und Budgetverwaltung. Außerdem Advanced Search auf Elasticsearch-Basis, Dynamic Access und Webhook-Aktionen im Flow Builder. Reaktionszeit vier Stunden, Telefonsupport.
Beyond hat keinen Listenpreis mehr, Shopware nennt "Custom". Beyond-exklusiv sind kundenspezifische Preise, Multi-Inventory, Subscriptions, Digital Sales Rooms und verzögerte Aktionen im Flow Builder. Dazu 24/7-Support mit einer Stunde Reaktionszeit, Account Manager und schriftlicher Entwickler-Support.
Ein Detail, das in vielen Vergleichsartikeln fehlt: Kundenspezifische Preise, also die 1:1-Abbildung von ERP-Nettopreisen pro Kunde, stehen laut offizieller Preisseite erst in Beyond. Evolve bietet regelbasierte Individualpreise, etwa Rabatte je Organisationseinheit. Für viele B2B-Händler ist genau das die Frage, die über 2.400 Euro oder einen Beyond-Vertrag entscheidet.
Betriebsmodell: SaaS, PaaS oder Self-hosted
Shopware SaaS ist die gehostete Variante mit wöchentlichen automatischen Updates. Du kümmerst dich um nichts, hast aber begrenzten Einfluss auf Anpassungen und Update-Zeitpunkte. Shopware PaaS ist ebenfalls von Shopware gehostet, aber du behältst die Update-Hoheit und vollen Code-Zugriff. Self-hosted läuft auf deiner Infrastruktur oder bei einem Hosting-Partner.
Shopware gibt an, dass SaaS dasselbe kostet wie Self-hosted; PaaS wird individuell bepreist. Die Faustregel aus unseren Projekten: Je mehr Individualentwicklung und Integrationen, desto eher PaaS oder Self-hosted. Ein Standardshop mit Store-Plugins läuft in SaaS gut. Ein B2B-Portal mit ERP-Echtzeitanbindung und eigenen Plugins braucht Deployment-Kontrolle.
Welche Shopware Edition für welches Team passt
Die Edition bestimmt auch, wer im Alltag arbeitet. Mit Evolve bekommt der Vertrieb den Sales Agent und kann im Namen von Kunden bestellen. Mit dem Publisher ab Evolve arbeitet Marketing mit Entwürfen und Freigaben in den Shopping Experiences. Mit Rise bleibt vieles beim Entwickler.
Der Haken bei Rise: Wer B2B-Logik per Plugin nachbaut, hat dieselbe Funktion, aber ohne Herstellerpflege. Jedes Major-Release, Shopware plant 6.8 für 2027, wird zum Testfall für Fremdplugins. Diese Wartungskosten tauchen in keinem Lizenzvergleich auf.
Aus der Praxis: drei Muster, die wir regelmäßig sehen
Erstens der Prospekt-Kauf: Evolve wegen "B2B", obwohl der Shop reine Endkunden bedient. Die B2B Components bleiben ungenutzt, 1.800 Euro im Monat Differenz zu Rise laufen trotzdem.
Zweitens der Spar-Start: Community Edition für einen Shop, der im zweiten Jahr die Million überschreitet. Der Wechsel in einen Plan ist technisch unkompliziert, kommt aber meist mitten in der Saison und ohne Budgetposten.
Drittens die Beyond-Überraschung: Ein B2B-Händler plant mit Evolve, stellt im Konzept fest, dass die Preislogik aus dem ERP kundenspezifisch ist, und landet in einer Beyond-Verhandlung, die niemand eingeplant hatte.
Fünf Fragen, die die Edition festlegen
Verkaufst du an Geschäftskunden mit Rollen, Freigaben oder Budgets? Ja: mindestens Evolve.
Brauchst du Nettopreise pro Kunde aus dem ERP, nicht nur Rabattregeln? Ja: Beyond-Gespräch führen oder Preislogik im ERP belassen und per Integration lösen.
Liegt dein GMV unter einer Million Euro und bleibt dort absehbar? Ja: Community Edition ist legitim, Hosting und Wartung einplanen.
Hast du ein Team, das Deployments verantworten kann? Nein: SaaS oder Managed Hosting, nicht Self-hosted.
Welche Reaktionszeit kostet dich bei einem Ausfall am meisten? Die Antwort legt den Support-Level fest, nicht die Feature-Liste.
Fazit
Gute Shopware Beratung reduziert die Editionsfrage auf dein Geschäftsmodell: Wer kauft bei dir, wie entstehen Preise, wer betreibt das System. Die offizielle Feature-Zuordnung ist eindeutig; die Fehler entstehen beim Abgleich mit der Realität.
Strategisch ist die Edition eine Kostenentscheidung über mehrere Jahre. Ein Up- oder Downgrade ist möglich, aber die Architektur, die du auf einer Edition aufbaust, wechselt nicht mit. Wie du daraus einen belastbaren Business Case machst, steht im Leitfaden, Abschnitt 2.8.
Mit Shopware 6.8 in 2027 und dem Ende der alten B2B Suite verschiebt sich der Schnitt weiter Richtung B2B Components. Wer heute entscheidet, sollte gegen diese Roadmap planen.
Wenn du vor dieser Entscheidung stehst, prüfen wir dein Geschäftsmodell gegen die Editionen, bevor ein Angebot entsteht. Als Shopware Agentur und zertifizierter Gold Partner machen wir das in einem halbtägigen Workshop.
FAQ
Welche Shopware-Edition brauche ich für B2B?
Für B2B-Workflows wie Rollen, Freigaben, Budgets und Angebote brauchst du mindestens Evolve, weil die B2B Components dort beginnen. Kundenspezifische Nettopreise sind laut Shopware-Preisseite Beyond vorbehalten.
Darf ich die Community Edition kommerziell nutzen?
Ja. Die Community Edition ist MIT-lizenziert und frei kommerziell nutzbar. Ab einer Million Euro GMV pro Jahr greift Shopwares Fair Usage Policy, dann ist ein Plan zu buchen.
Kann ich mit Rise starten und später auf Evolve wechseln?
Ja, der Wechsel ist jederzeit möglich. Plane aber ein, dass per Plugin nachgebaute B2B-Funktionen beim Umstieg auf die B2B Components migriert werden müssen.
Was ist der Unterschied zwischen Shopware SaaS und PaaS?
SaaS wird von Shopware gehostet und wöchentlich automatisch aktualisiert. PaaS wird ebenfalls von Shopware gehostet, du behältst aber die Kontrolle über Updates, Deployments und eigenen Code.
Was kostet Shopware Beyond?
Shopware nennt für Beyond keinen Listenpreis mehr, sondern "Custom". Der Preis wird individuell nach GMV und Anforderungen verhandelt.