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Shopware B2B: Die Components können mehr, als die meisten Projekte nutzen

Best Practices · · 5 Min. Lesezeit
Karol, E-Commerce Consultant
Autor Karol E-Commerce Consultant

A computer screen shows a software dashboard with sections for company accounts, roles, budgets, price logic, approval flows, and quick orders.

Shopware B2B ist 2026 ein anderes Thema als vor drei Jahren. Die alte B2B Suite läuft aus, die B2B Components im Core sind der Standard, und die Funktionsliste reicht von Rollen über Budgets bis zum Sales Agent für den Außendienst. Trotzdem scheitern B2B-Projekte weiter, und selten an fehlenden Features.

Shopware B2B-Projekte scheitern an Preislogik, die niemand aufgeschrieben hat, an Stammdaten, die das ERP nie sauber geliefert hat, und an Freigabeprozessen, die im Vertrieb mündlich funktionieren und digital nicht abbildbar sind.

Dieser Artikel zeigt dir, was Shopware B2B heute kann, welche Edition du dafür brauchst und an welchen Stellen du vor dem Projekt Klarheit schaffen musst.

Shopware B2B 2026: Was B2B Components je Edition können

  • Die B2B Components Modul für Modul, mit Editionszuordnung laut Shopware

  • Das Ende der B2B Suite mit Shopware 6.8 und was Bestandskunden tun müssen

  • Typische Mittelstandsanforderungen und wie Shopware sie abbildet

  • Vier Gründe, warum B2B-Projekte scheitern, und wie du sie vorab klärst

Wo Shopware im B2B steht

Shopware hat seit 2023 erkennbar in B2B investiert. Gartner führt Shopware im Magic Quadrant für Digital Commerce 2025 als Visionary, Forrester stuft es in der Commerce Solutions Wave Q3 2026 als Strong Performer ein (beides laut Shopware). Für den Mittelstand im DACH-Raum ist Shopware damit die naheliegende Option neben Adobe Commerce und, seit Shopify Plus B2B ausgebaut hat, auch neben Shopify.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob Shopware B2B kann. Sondern ob dein Unternehmen weiß, welches B2B es braucht.

B2B Components: Was drin ist, und ab welcher Edition

Die B2B Components sind modulare Funktionen im Shopware-Kern. Laut Shopware-Preisseite beginnen sie bei der Edition Evolve. Community Edition und Rise enthalten keine B2B-Workflows.

Ab Evolve:

  • Erweiterte Rollen und Rechte innerhalb eines Kundenunternehmens

  • Angebotsmanagement: Angebote erstellen, senden, annehmen, ablehnen

  • Schnellbestellung per Artikelnummer oder Dateiupload

  • Bestelllisten für wiederkehrende Bestellungen

  • Sales Agent: Vertriebsmitarbeiter bestellen und beraten im Namen des Kunden

  • Organisationseinheiten: Abteilungen mit eigenen Adressen, Zahlarten und Mitarbeitern

  • Kundenindividuelle Kataloge

  • Budgetverwaltung je Organisation

  • Individual Pricing: regelbasierte Rabatte je Organisationseinheit oder Tag

Erst ab Beyond:

  • Kundenspezifische Preise, also feste Nettopreise pro Kunde

  • Multi-Inventory, Subscriptions, Digital Sales Rooms

Dieser Schnitt ist für B2B-Händler entscheidend. Wenn dein ERP pro Kunde individuelle Nettopreise führt und der Shop sie 1:1 anzeigen soll, reicht Evolve laut Preisseite nicht. Du brauchst Beyond oder eine Integrationsarchitektur, bei der das ERP die Preise zur Laufzeit liefert.

Das Ende der B2B Suite

Die ältere B2B Suite wird laut Shopware-Entwicklerdokumentation ab Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt. Shopware stellt eine Migrations-Extension bereit, die Daten in die B2B Components überführt. Der Haken: Rollen und Budgets sind in beiden Systemen unterschiedlich modelliert. Die Migration ist ein Projekt, kein Knopfdruck.

Shopware 6.8 ist für 2027 angekündigt. Wer die B2B Suite einsetzt, hat damit einen Zeitrahmen, aber keinen Puffer. Wer neu startet, baut auf B2B Components, ohne Ausnahme.

Typische Anforderungen und wie Shopware sie abbildet

ERP-Preise und Konditionen. Rabattstaffeln und Kundengruppen löst der Rule Builder. Individualpreise je Organisationseinheit löst Individual Pricing ab Evolve. Echte Nettopreise pro Kunde: Beyond oder ERP-Preisabfrage zur Laufzeit.

Freigaben und Budgets. Rollen, Bestellfreigaben und Budgets sind in den Components enthalten. Voraussetzung: Dein Kunde hat seine Freigabeprozesse selbst definiert. Das ist seltener der Fall, als man denkt.

Außendienst. Der Sales Agent erlaubt Bestellungen im Kundennamen, Angebote und Kundenübersicht. Für viele Händler der Einstieg in digitale Vertriebsunterstützung.

B2B und B2C gemischt. Über Sales Channels und Kundengruppen lassen sich beide Modelle in einer Installation betreiben, mit getrennten Preisen, Zahlarten und Inhalten über Dynamic Access.

Integration. Mit Shopware Nexus bietet Shopware eine eigene Orchestrierungsschicht an, deren Preismodell im Oktober 2026 startet. Für komplexe ERP-Landschaften bleibt eine Middleware oder Direktanbindung die erprobte Variante.

Was ein Shopware-B2B-Projekt für dein Unternehmen bedeutet

Ein B2B-Shop verändert Vertriebsprozesse. Der Innendienst bearbeitet weniger Routinebestellungen und mehr Ausnahmen. Der Außendienst bekommt ein Werkzeug, das er nutzen muss. Der Kunde übernimmt Freigaben, die vorher per Telefon liefen. Das Projekt ist deshalb zu einem großen Teil Organisationsarbeit. Die Technik ist in den Components weitgehend vorhanden.

Woran Shopware-B2B-Projekte scheitern

Preislogik ohne Dokumentation. Im ERP existieren Preislisten, Staffeln, Sonderkonditionen und handschriftliche Ausnahmen. Erst im Projekt stellt sich heraus, dass niemand die Regeln vollständig kennt. Ergebnis: Scope-Explosion in der Preisabbildung.

Stammdatenqualität. Varianten ohne eindeutige Zuordnung, Kunden mit mehreren Debitorennummern, Artikel ohne Verpackungseinheiten. Der Shop macht Datenprobleme sichtbar, die das ERP jahrelang verborgen hat.

Unklare Ownership der Integration. Die Schnittstelle zum ERP braucht jemanden auf Kundenseite, der das ERP kennt und entscheiden darf. Fehlt diese Person, wartet das Projekt.

Vertrieb nicht eingebunden. Ein B2B-Shop, den der Außendienst als Konkurrenz sieht, bleibt leer. Provisionsmodelle und Rollen müssen vor dem Go-live geklärt sein.

Handlungsempfehlungen

  1. Preislogik vor dem Projekt vollständig dokumentieren: welche Preise, aus welchem System, in welcher Reihenfolge. Eine Vorlage für die Anforderungsaufnahme findest du im Replatforming-Leitfaden, Abschnitt 2.4.

  2. Edition nach Preislogik wählen: Evolve für Regeln, Beyond oder ERP-Laufzeitpreise für echte Kundenpreise.

  3. Stammdaten-Audit vor der Testmigration, nicht danach.

  4. ERP-Verantwortlichen als Projektrolle besetzen, mit Zeitbudget.

  5. B2B-Suite-Bestand: Migration auf Components vor 6.8 planen.

Fazit

Shopware B2B ist funktional ausgereift. Die B2B Components decken ab Evolve die typischen Mittelstandsprozesse ab; der Schnitt zu Beyond liegt bei echten Kundenpreisen. Die Projekte scheitern an Prozessklarheit und Daten, nicht am System.

Strategisch ist ein B2B-Shop ein Vertriebsprojekt mit technischem Anteil. Wer ihn als IT-Projekt aufsetzt, bekommt eine Plattform, die niemand nutzt.

Mit dem Ende der B2B Suite und Shopware Nexus verschiebt Shopware den Fokus auf Integration und modulare Prozesse. Das passt zu dem, was B2B-Händler tatsächlich brauchen.

Wenn du ein B2B-Projekt planst oder von der B2B Suite migrieren musst, prüfen wir mit dir Preislogik, Daten und Editionsbedarf, bevor eine Zeile Code entsteht. Als Shopware-Agentur haben wir eine eigene B2B-Einheit mit ERP-Integrationserfahrung.

FAQ

Welche Shopware-Edition brauche ich für B2B?

Mindestens Evolve, dort beginnen die B2B Components mit Rollen, Angeboten, Budgets und Sales Agent. Feste kundenspezifische Nettopreise, Multi-Inventory und Subscriptions sind laut Shopware Beyond vorbehalten.

Was ist der Unterschied zwischen B2B Suite und B2B Components?

Die B2B Suite ist die ältere, monolithische Erweiterung. Die B2B Components sind modulare Funktionen im Shopware-Kern und erhalten alle neuen Features. Die Suite wird ab Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt.

Bis wann muss ich von der B2B Suite migrieren?

Vor dem Update auf Shopware 6.8, das für 2027 angekündigt ist. Shopware stellt eine Migrations-Extension bereit, die Datenmodelle für Rollen und Budgets unterscheiden sich aber und erfordern Planung.

Kann ich B2B und B2C in einem Shopware-Shop betreiben?

Ja, über getrennte Sales Channels und Kundengruppen mit eigenen Preisen, Zahlarten und Inhalten. Dynamic Access ab Evolve steuert, welche Kundengruppe welche Inhalte sieht.

Woran scheitern Shopware-B2B-Projekte am häufigsten?

An nicht dokumentierter Preislogik, schlechten Stammdaten aus dem ERP, fehlender Ownership für die Integration und einem Vertrieb, der nicht eingebunden wurde.

Du suchst eine Shopware Agentur für dein Projekt?

Vom ersten Workshop bis zum Go-live und darüber hinaus: Als Shopware Gold Partner planen, entwickeln und betreuen wir Shopware-Shops für B2B und B2C – inklusive ERP- und PIM-Anbindung, Migration und individueller Erweiterungen.